15-02-10 11:59

Knorpeldefekte durch köpereigenen Gelenkknorpel beheben

Internationale Spezialisten trafen sich im Buerschen Marienhospital


Wann immer es um die Behandlung von Knorpelschäden im Knie-, Sprunggelenk oder an anderen Gelenken geht, kommt auch auf europäischer Bühne kaum jemand am Sankt Marien-Hospital Buer vorbei. Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie von Chefarzt Dr. Klaus Ruhnau gilt in Fachkreisen als ein wichtiges Zentrum in der Entwicklung und Weiterverbreitung der Knorpelzelltransplantation (ACT – Autologe Chondrozyten-Transplantation). Neben den Skandinaviern besitzt die Klinik in Europa mit die größte und längste Erfahrung für dieses Verfahren. Für größere Defekte bei jüngeren Patienten ist diese Technik heute der Goldstandard, der aber noch längst nicht überall angeboten wird.

Dr. Ruhnau lud deswegen – und anlässlich der 500. Knorpelzellverpflanzung am MHB - zur Vorstellung und zum Erfahrungsaustausch ein. 80 Ärzte aus ganz Deutschland und dem Ausland kamen. Prof. Dr. med. Mats Brittberg von der Universität Göteborg war als Referent ebenso mit dabei wie Dr. Andreas Gomoll aus der renommierten Spezialklinik für Knorpeltherapie in Bosten USA. Die Fachleute tauschten sich aus, eine Operation aus dem MHB-OP war live zugeschaltet und die Diskussion war immer daran ausgerichtet, wie das Verfahren weiter verbessert und für mehr Patienten angeboten werden kann.

Das Verfahren in aller Kürze: Die Chirurgen entnehmen dem Patienten eigenen Knorpel, der in einem Labor zu einem größeren Volumen aus Zellverbänden herangezüchtet wird. Neben der Vermehrung der Knorpelzellen bekommt er hierdurch auch wieder die Eigenschaft zurück, zu wachsen. Der Knorpel eines Erwachsenen besitzt diese Eigenschaft sonst nicht mehr. Das Endprodukt ist körpereigenes Gewebe, das als kleine Knorpelzellkügelchen, ganz ohne Fremdstoffe, bei dem es zu keiner Abstoßungsreaktion kommen kann, oder ein Vlies, in das Knorpelzellen eingebettet sind Dieser Knorpel wird dann in einer zweiten Operation wieder eingesetzt. Die Defekte, die sich an den Gelenken durch Funktionsverlust und große Schmerzen gezeigt haben, wachsen wieder zu und die Symptome verschwinden.

Dr. Ruhnau „Unser Symposium hat den Teilnehmern die Möglichkeit geboten, neue diagnostische und therapeutische Maßnahmen sowie neueste wissenschaftliche Ergebnisse kennen zu lernen. Wir alle konnten unsere Erfahrungen in der Diskussion erweitern und an unsere Erkenntnisse untereinander austasuchen. Das ist das Wichtigste an solchen Symposien: Wir entwickeln gemeinsam, wie wir unseren Patienten in jedem Fall die richtige Therapie anbieten können.“

Die Veranstaltung wurde wesentlich von dem Qualitätskreis Knorpel-Repair & Gelenkerhalt e.V. (QKG ) getragen. Mehr als die Hälfte der Referenten ist in dem Qualitätskreis zusammengeschlossen. Die QKG hat sich die Verbreitung der knorpelrekonstruktiven und gelenkerhaltenden Verfahren zum Ziel gesetzt und fördert den fachlichen Dialog im stationären und niedergelassenen Bereich. Weitere Informationen zur QKG finden Sie in der Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterInternetpräsentation.

 

Startet das Herunterladen der DateiDas Programm des Symposiums am 13.02.2010

Öffnet einen internen Link in einem neuen FensterImpressionen von dem ACT-Symposium am 13. Februar 2010